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Pickup-Reparaturen (Rewinds)

Für ausgewählte Fabrikate biete ich auch Reparaturen defekter Pickups an. Exemplarisch könnt ihr unten den Prozess anhand eines 60er Jahre Höfner Typ 511 nachvollziehen. Optionen und Preis stehen am Seitenende. Auch andere Bauarten und Hersteller kann ich auf Anfrage nachwickeln.

Hier seht ihr die Reparatur eines alten Höfner Typ 511 aus den 1960er Jahren. Man kennt sie auch unter der Bezeichnung “Staple” und “Nova Sonic”. Sehr viele dieser alten Schätzchen haben über die Jahre ihre Funktionsfähigkeit verloren, manche übertragen noch standhaft ein sehr dünnes Restsignal.
Ein solcher Defekt kann verschiedene Ursachen haben:

  • Interne Korrosion, z.B. durch Eintrag von Handschweiß in die ungewachsten Kappen. Auch soll die damals verwendete Lötzinnmischung mitunter aggressiv wirken. 
  • Kurzschluss durch brüchig werdenden Isolierlack am Wickeldraht
  • Drahtriss, etwa nach heftiger Erschütterung (z.B. Sturz) oder Überlastung des Anschlusskabels bei Arbeiten an der Elektrik, dabei kann die Innenwicklung abreißen!
Der Patient

Zunächst wird die Kappe vorsichtig aufgeschnitten, nicht gelötet, um unnötige Hitzebildung zu vermeiden.

Jetzt kann die Kappe vorsichtig gelöst werden

Wie man sieht, sind die Materialien schon altersschwach. Die sehr dünnen Litzen sind brüchig und kaum noch flexibel.

Das alte Isolierband lässt sich mühelos und weitgehend am Stück lösen:

Interessant, dass bei manchen Humbuckern verschiedenfarbige Bänder zum Einsatz kamen. Bei den meisten haben jedoch beide Spulen rotes Band. Auch bei den Spulenkörpern gibt es in einigen Fällen zwei Farbvarianten, überwiegend weiß und manchmal (zusätzlich) hellgrau, alternativ blaugrün (sehr selten). Das kann man gut auf dem nächsten Foto sehen. Bei Gibson war dieses Phänomen ja bedingt durch die Verfügbarkeit beim Materialkauf.

hier ein zweifarbiger Basspickup

Abhängig von der Ursache des Defekts ist in manchen Fällen eine der Spulen noch intakt bzw. kann in ein paar Minuten repariert werden.

Bemerkenwert ist, dass bei diesen alten “Staple-Humbucker” zwar die unterschiedliche Polarität vorhanden ist, aber die Spulen in gleicher Richtung gewickelt sind. Die Eliminierung der Störsignale ist also nur teilweise gegeben. Möglicherweise ist das mit dem damals noch bestehenden Patentschutz von Gibsons Humbucker begründet.

Hier wird eine Spule wieder mit dem historisch korrekten, sehr dünnen (ca. 0,05 mm, entspricht AWG44) Kupferdraht versehen.

es geht rund…

Inzwischen habe ich schon einige dieser Pickups zerlegt und die Messwerte der Spulen schwanken relativ stark. Häufig sind ca. 4 kOhm pro Spule, das dürfte der vorgegebene Sollwert gewesen sein. Es waren aber auch schon Exemplare mit über 5 kOhm dabei, insgesamt also mehr als 10 kOhm für einen Halspickup! Diese Schwankungen sind sicherlich auch durch unterschiedliche Zugkräfte beim Wickelvorgang entstanden, wenn das bei den “old School”-Wickelmaschinen noch von Hand justiert werden musste. Einfach gesagt: bei stärkerem Zug liegen die Wicklungen straffer an und es passt mehr Draht auf die Spule, dann ist natürlich auch der Widerstand/Output höher. Die eigentliche Wicklungszahl lässt (bei einer optimalen, konstanten Zugkraft) durch die recht geringen Abmessungen der Spule wesentlich weniger Spielraum zu.

Hier wird die Kabelführung fixiert, damit die Innenwicklung nicht plötzlich abreißen kann

Für die Restaurierung habe ich Materialien möglichst nah an den originalen Komponenten beschafft. Das fängt bei der sehr filigranen Litze an und geht über das Kreppband zur Fixierung bis zum roten Isolierband. Wer sich über das schwarze Band wundert: Das dient der Unterscheidung der Wickelrichtung vor dem Zusammenbau, da ich meistens mehrere Pickups zum Neuwickeln sammle.

Kurz vor dem Zusammenbau, noch ohne das abschließende rote Band

Für die “Rewinds” habe ich mich grundsätzlich für die technisch sinnvollere Abwechslung der Wickelrichtung entschieden, um einen “echten” Humbucker zu erhalten. Wer möchte, kann jedoch auch die authentische, gleich gerichtete Wicklung der Spulen bekommen.

Abschließend werden die Kabelverbindungen isoliert, fixiert und die Kappe kann drauf.

Wieder bereit für die nächsten Jahrzehnte
Hier das wiederbelebte Pärchen eines 1966er 500/1

Eine solche Instandsetzung ist mit viel Handarbeit und Feingefühl verbunden. Die ganze Aktion inkl. zerlegen, reinigen, entgraten und Neuaufbau des Humuckers kann je nach Ausgangsbasis durchaus zwei Stunden in Anspruch nehmen. Bei vorgegebener Drahtstärke lassen sich Widerstand und Funktionsweise (s.o.) individuell bestimmen. Für die Restaurierung eines solchen Höfner Humbuckers berechne ich inkl. Material 97 € zzgl. Versandkosten*.
*Gemäß § 19 Abs. 1 UStG wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen.